Wir über uns

attac Köln –

Arbeitskreis Bildung & Erziehung

kurz:

AK:BE

 

 


Aktuell

Der AK:BE hat am 8.11.2016 in einer Veranstaltung über die Parkstadt Süd*

ihr Konzept zum

IBiSInklusive Bildungslandschaft Süd

vorgestellt. Es kann hier geöffnet werden:

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Der AK:BE-Rundbrief 28 ist da!

zu finden unter „Rundbriefe“

ibis_organigramm11_16-doc wie auch alle vorigen und:

jetzt auch mit

ausgabeübergreifendem Stichwortverzeichnis!

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Das nächste Arbeitstreffen des AK:BE finden

am 23. November 2016

in Raum 5 im Steigeturm

der Alten Feuerwache, Melchiorstraße 3

statt. (Steigeturm = Backsteinbau vor der Info,

schräg rechts gegenüber vom Haupteingang).

 

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Die

i:mgik 

also die

Initiative : Mehr Gesamtschulen in Köln,

eine „Tochter“ des AK:BE und des AK Jugend und Schule der Kölner Linken,

arbeitet zurzeit intensiv an den Bemühungen,

der Bewegungsarmut der Schulverwaltung der Stadt Köln zum Trotz

die Einrichtung einer Gesamtschule für Deutz/Kalk zu erreichen.

 

Der nächste Termin:

wird kurzfristig bekannt gegeben

 

 

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Grundsätzliche Informationen zum Arbeitskreis:

 

Der attac-Arbeitskreis

Bildung & Erziehung  –

AK:BE

 

  •   hat seine offenen Treffen jeweils am 2. und 4. Donnerstag im Monat

       um 20 Uhr – Alte Feuerwache Köln Melchiorstr 3 – Raum 5

  •   ist einer der vier lokalen Arbeitskreise bei attac Köln

  •   übt offensiv Kritik an der sozialen Schieflage, am zunehmenden

       einseitigen Leistungsdruck sowie an vielfältig wirkenden und mit

       „Begabungs“mythen verschleierten Selektionsmechanismen

      des Erziehungs- und Bildungssystems in Deutschland

  •  fordert mit der UN-Behindertenrechtskonvention ein auf allen Ebenen

      inklusives Bildungssystem

  •   mit einer Schule für alle – und damit die Abkehr von gymnasialen

       Bildungsprivilegien wie vom ausgrenzenden und benachteiligenden

       Förderschulsystem

  •   bietet eine Plattform für die Artikulation und Vernetzung von Initiativen

       und Einzelpersonen

  •   gegen die neoliberale Umverteilungspolitik mit massiver

      Unterfinanzierung, Privatisierung und Entdemokratisierung

      der öffentlichen Bildungseinrichtungen

  •   für eine allgemeine, allen zugängliche, chancengleiche und

       von Selbstbestimmung, demokratischer Teilhabe und Solidarität

       getragene und dazu befähigende Bildung

  •   hat zusammen mit mehreren Kölner Organisationen

       die Initiative : Mehr Gesamtschulen in Köln, kurz: i:mgik,

       ins Leben gerufen und mischt sich dort ein in die Kölner

      Schulentwicklungspolitik

  •   strebt innerhalb von attac und darüber hinaus eine bundesweite

       Vernetzung bildungspolitisch engagierter Gruppen und Initiativen an

•     gibt regelmäßig den informativen und engagierten AK:BE-Rundbrief

       heraus

 

Vernetzen für Bildung und Erziehung!

Eine andere Welt ist möglich –

                   aber nur mit anderer Bildung!

Das Motto von attac „Eine andere Welt ist möglich!“ erfordert Menschen, die zu qualifizierter Meinungsbildung und Wahrnehmung ihrer Interessen in der Lage sind – die also über eine solide Bildung verfügen. Dies bedarf sowohl einer rationalen Diskussion als auch der spielerischen Aneignung von Wissen, Fähigkeiten, Kultur  und Kunst zur Entwicklung solidarischer Lebensformen.  Dazu müssten Bildung und Erziehung – von frühkindlichen Einrichtungen über Schule bis zu Ausbildung und Hochschule – eine andere Rolle spielen als bisher. Aktuell aber überwiegen neoliberale Zugriffstendenzen und in Deutschland zusätzlich traditionalistische Dominanz, indem  weiter an der Privatisierung öffentlicher Güter wie Bildung gearbeitet und gleichzeitig am hochselektiven mehrgliedrigen Schulsystem mit der heiligen Kuh Gymnasium festgehalten wird.

Als einziges OECD-Land neben Österreich behält Deutschland die schon vor 40 Jahren erkannte und seit den ersten Pisa-Studien vor 7 Jahren wieder zunehmend thematisierte, von der UNESCO angemahnte rigide und frühe soziale Bildungsselektion durch das 4-gliedrige Schulsystem bei. Durch diese Grundstruktur des Bildungswesens wird bekanntermaßen dem größten Teil sozial benachteiligter und migrationsgeprägter Kinder der Weg zu solider Bildung und zu gesicherten Berufen verbaut. An dieser Struktur soll nach dem Willen der herrschenden Bildungspolitik auch nicht grundsätzlich gerüttelt werden, obwohl die Bundesrepublik Deutschland die UN-Konvention zu inklusiver Bildung unterschrieben hat.

Dagegen werden die VerfechterInnen einer Schule für alle vom 1. bis zum 10. Schuljahr als IdeologInnen angeblich einer nicht der Natur des Menschen entsprechenden Einheitsschule diffamiert. Tatsächlich wird allerdings die Vereinheitlichung der Bildung durch Homogenitätswahn und inhaltliche Standardisierung von den Gegnern der sogenannten Einheitsschule propagiert und umgesetzt. So werden Lehrkräften, die doch noch neues, an humanistisch-demokratischen Vorstellungen orientiertes Lernen zu praktizieren versuchen, massiv Steine in den Weg gelegt: Durch Unmengen von Tests – schon in der Kita -, Vergleichsarbeiten in Klasse 4 und 6, Standardklausuren nach der Klasse 10, Zentralabitur, Bachelor-Studium werden Unterricht und Lehre zu reinen Paukveranstaltungen für zentral festgelegtes, weitgehend zusammenhangfreies, abfragbares, bepunktbares Schmalspurwissen. Damit wird genau das erreicht, was der Gesamtschule unberechtigterweise immer vorgeworfen wird: Verflachung, Vereinheitlichung, Entindividualisierung, Entwissenschaftlichung.

Zu große Kita-Gruppen, Klassen und Kurse mit zu wenigen Lehrkräften, die daher meistens auf allen Bildungsstufen nur Frontalunterricht erteilen können, führen dazu, dass die immer wieder propagierte individuelle Förderung wenig verwirklicht werden kann. Ein Anknüpfen an individuellen Interessen findet kaum statt, das Wecken von Neugier geschieht höchstens ansatzweise und die Freude am Entdecken der eigenen Fähigkeiten und am Lernen geht im Laufe der Schule weitgehend verloren.

Die drastische  Unterfinanzierung des deutschen Bildungswesens  – besonders in den Bereichen, die von der größten Anzahl von Kindern durchlaufen werden: im Primarbereich und im nicht-gymnasialen Sekundar-I-Bereich – entspricht den Anzeichen für das Ziel einer weitgehenden Kommerzialisierung des Bildungssektors. Die Masse durchläuft so ein marodes Bildungssystem, während die, die es sich irgendwie leisten können, ihre Kinder auf gut ausgestattete Privatschulen und -hochschulen schicken, wo zumindest die materiellen Bildungsbedingungen gut sind. Bildung wird nicht mehr als öffentliches, sondern als privates Gut, als Ware also gehandelt, wie es die Bertelsmann-Stiftung schon lange pseudo-wissenschaftlich als alternativlos propagiert nach dem Motto: privat gleich besser, kostengünstiger und effizienter als staatlich.

In Deutschland gibt es vielfältige Vorstöße, in allen Bereiche der Bildung – von der Kinderbetreuung über die Schulen und Hochschulen bis hin zur Weiterbildung – dieser Liberalisierung klammheimlich oder auch offen Tor und Tür zu öffnen. Auch die ersten Betreuungskonzerne sind im Kinderbetreuungs- und Grundschulbereich in Deutschland angekommen. Sie stoßen durchaus auf Zuspruch, was bei dem fortschreitenden Abbau der öffentlichen Gelder und der damit einhergehenden permanenten Verschlechterung des öffentlichen Bildungsbereichs nicht verwunderlich ist.  Diese Situation wird sich noch verschärfen durch die ab 2012 geltende  „Schuldenbremse“. Damit wäre, nachdem die Privatwirtschaft mit Milliarden bedient worden ist, für die öffentliche Versorgung kein Geld mehr da. Das Beispiel des australischen Betreuungskonzern ABC-Learning zeigt allerdings: Zwar gehen durchaus Milliarden auch in die Bildung, aber nur, wenn sie privatisiert und dann in die Krise geraten ist.

Dagegen setzt der AK Bildung & Erziehung von attac Köln auf eine gute steuerfinanzierte Ausstattung der verschiedenen Stufen des öffentlichen Bildungssystems und „ Eine Schule für alle“!

Aber auch für das öffentliche Bildungswesen wird nicht mehr einfach am traditionalistischen vielgliedrigen Schulsystem festgehalten. SPD und Teile von CDU und FDP geben als modernes Bildungssystem das sogenannte 2-Säulenmodell aus: mit der Zusammenlegung von Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschulen als der einen Säule und dem  Gymnasium als der zweiten. Dieses System existiert in den meisten östlichen Bundesländern, in Hamburg stimmten die GRÜNEN zu. In NRW geht die rot-grüne Minderheitenregierung auf der Grundlage eines mehr als fragwürdigen „Schulkonsenses“ einen Sonderweg, schafft mit der Sekundarschule eine weitere Schulform und sichert das gesamte Chaos inklusive Hauptschule in der Landesverfasssung ab.

Dagegen sieht der AK Bildung & Erziehung von attac Köln im Zwei-Säulen-Modell eine Verfestigung, wenn nicht sogar eine Verschärfung der Bildungsselektion. Denn dieses System läuft auf eine „Volksschule“ für 2/3 der Kinder und Jugendlichen und ein Gymnasium für das restliche Drittel hinaus, wobei heute große Teile dieses Drittels das Abitur nicht erreichen und noch weniger einen Hochschulabschluss.

Sowohl die (neo)liberale als auch die traditionalistische Ausrichtung von Bildung dient der Verinnerlichung von gesellschaftlichen Hierarchien und der Akzeptanz von Führern und Geführten. Nicht Bildung ist wichtig, sondern es sind die Bildungsabschlüsse als Voraussetzung für Anerkennung in der Gesellschaft, als Karrieresprungbretter. Diejenigen, die es nicht schaffen, sind die Loser, sind selbst Schuld, sind nicht „begabt“ – im Gegensatz zu den sogenannten „Leistungsträgern“.

Wenn Kindern mit 10 oder 12 Jahren durch die Verteilung auf 2 oder mehr hierarchisch verstandene Schultypen vermittelt wird, sie wären weniger leistungsfähig, weniger wert, wirkt dies demütigend, verunsichernd und resignationsfördernd. Solche Kinder brauchen – auch mit hohen Begabungspotentialen – enorm viel Kraft, um sich daraus zu befreien, Selbstbewusstsein zu entwickeln, sich nicht als minderwertiger, nicht als „Geführte“ zu verstehen. Zusätzlich hat sich – fast unbemerkt – eine Entwicklung durchgesetzt, die restaurative Inhalte unreflektiert als Sachzwänge darstellen will: Eine weitere Grundlage für Entpolitisierung und Entdemokratisierung!

Damit diese sowohl (neo)liberale als auch konservative Ausrichtung von der überwiegenden Mehrheit der Menschen als quasi-naturgesetzlich begriffen wird, werden im Bildungssystem – flankiert durch entsprechende, schon seit Jahren mainstreammäßig funktionierende Indoktrinierung in den Medien – Kritikfähigkeit, alternatives Denken, Bewusstsein für lokale und globale Verantwortung außen vor gehalten.

Dieser Entwicklung muss massiv entgegengetreten werden: Weniger um den „Standort Deutschland“ zu sichern, sondern um allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten zu geben, ihre Fähigkeiten zu erfahren, zu entfalten, zu entwickeln und zwar in allen Bereichen – den geistigen, musischen, körperlichen, emotionalen, sozialen. Damit könnte der „Standort Deutschland“ dahin entwickelt werden, dass alle dort lebenden Menschen sich der lokalen und globalen Verantwortung bewusst werden und entsprechend handeln können.

Es ist also nicht nur wichtig, der neoliberalen Totalvereinnahmung entgegenzuwirken und dem Finanzkapital Regularien aufzuzwingen. Es geht auch um die gesellschaftliche Bewusstseinslage und demokratische Handlungsfähigkeit. So muss im Vordergrund auch das entschlossene Bestreben stehen, das Gemeingut Bildung gegen weitere Enteignungen zu verteidigen und bereits Enteignetes wieder gesellschaftlich anzueignen. Es gilt, weltweit für öffentliche menschwürdige Bildung zu kämpfen – ein grundlegender und wichtiger Baustein für die Entwicklung eines planetarischen Bewusstseins.

 

 

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