Jahr 2014


Arbeitskreis Bildung und Erziehung

Das Bildungschaos beenden – eine inklusive Schule für alle!

Das Bildungs- und Erziehungswesen in Deutschland ist, wie inzwischen von keiner Seite mehr ernsthaft bestritten, rückständig, ungerecht und uneffizient. Schon während der Betreuung in den Kindergärten werden die Kinder aus sozial benachteiligten und migrationsgeprägten Familien wie auch Kinder mit Behinderungen strukturell unzuläng- lich gefördert und ausgegrenzt. In den Grundschulen haben sie die schlechtesten Aussichten auf eine Gymnasial- empfehlung. Und in den Haupt- oder irgendwelchen Sekundarschulen erhalten sie meist das negative Rüstzeug zu lebenslanger Marginalisierung.

Durch diese massive Selektion werden permanent große Begabungspotentiale erstickt. Die potentiellen Lebens- perspektiven junger Menschen werden zerstört. Die Spaltung der Gesellschaft wird rücksichtslos vorangetrieben.

Grundlage der Misere des deutschen Bildungs- und Erziehungswesens ist ein provinzieller Traditionalismus, der fortschrittlichen wie volks- und betriebswirtschaftlich rationalen Vorstellungen bislang ebenso erfolgreich trotzt wie sogar neoliberal motivierten Qualitätsforderungen. Das gegliederte Schulsystem betoniert fortgesetzt das Fehlen von Chancengleichheit und mit dem Abschieben Benachteiligter und der Kinder aus den vielgeschmähten bil- dungsfernen Bevölkerungsteile zugleich die Sicherung der Bildungsprivilegien mittlerer und gehobener Schichten.

Den Betroffenen aber bleibt der Zugang zu menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen weitestgehend versperrt. Diese Menschen sind unzufrieden, frustriert und verzweifelt – damit zugleich aber auch anfällig für Denk- und Verhaltensweisen, die letztlich demokratiegefährdend sind. Die von attac angestrebte andere Welt ist mit ihnen nicht zu erringen!

Der derzeitige erfreuliche Zulauf zu Attac und die vor allem in der aktuellen Krise zunehmende Skepsis gegenüber neoliberalen Heilsversprechen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Auseinandersetzungen der Zukunft in lokalem wie globalem Maßstab ein Höchstmaß an Mobilisierung der Menschen erforderlich machen. Wirksamer Widerstand kann aber nur von solchen Menschen geleistet werden, die zu qualifizierter Meinungsbildung und Wahrnehmung ihrer Interessen in der Lage sind – die also über eine solide Bildung verfügen.

Der Kampf gegen reaktionäre Bildungsstrukturen und -inhalte, für eine einheitliche Schulbildung für alle und damit zugleich auch gegen traditionalistische Dominanz und neoliberale Zugriffstendenzen ist also Teil und Vorausset- zung der Realisierung und nachhaltigen Sicherung des Ziels einer anderen – einer nachhaltig ökologischen, demo- kratischen und sozial gerechten Welt.

Es ist somit erforderlich, dass

  • die undemokratischen und von privilegierten Interessen geleiteten Strukturen und Mechanismen des Bildungssystems klar benannt und offensiv kritisiert werden,
  • die Forderung nach einer inklusiven Schule für alle schlüssig begründet und vertreten wird
  • und dass Strategien zu ihrer Realisierung erarbeitet und realisiert werden. Diese Aufgaben hat sich der Arbeitskreis Bildung und Erziehung gestellt. Bewältigen kann er sie nur, wenn viele mitmachen und wenn er sich einbringen kann in ein weit gespanntes Netz von Kräften, die sich nicht abfinden wol- len mit einem in weiten Teilen reaktionären Bildungswesen, das große Teile der nachwachsenden Generationen in die Chancenlosigkeit entlässt. Der Arbeitskreis hat seine Treffen an jedem 2. und 4. Mittwoch im Monat um 20 Uhr im Versammlungsraum der Alten Feuerwache, Melchiorstraße 3, Köln. umfassende und aktuelle Infos unter: www.attac-bildung-erziehung.de viSdP +
  • Kontakt: Oswald Pannes 0221-383430 Attac Köln – Arbeitskreis Bildung und Erziehung

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